• Kreativpark Lokhalle © FWTM
  • Kreativpark Lokhalle © FWTM
  • Kreativpark Lokhalle © Florian Forsbach

Kreativpark Lokhalle Freiburg – eine einzigartige Location aus der Freiburger Industriearchitektur

Mittagsführung

mit Hanna Böhme, FWTM und Hagen Krohn, Grünhof

Wo früher Lokomotiven und Züge gewartet und repariert wurden, im alten Betriebswagenhof der Bahn, weht seit Juni 2018 ein frischer Unternehmergeist: Junge Start-Ups und Entrepreneure, insbesondere aus den Bereichen der Kreativwirtschaft und der Green Economy, eroberten erst jüngst die alte Lokhalle als Umschlagsplatz und Werkstatt für Wissen und Innovation.
In dem 1.500 qm großen denkmalgeschützten Mittelschiff werden in Überseecontainern sowie auf zwei Seitengalerien 120 moderne und attraktive Arbeitsplätze zu Verfügung gestellt. Kombiniert mit den notwendigen Freiräumen für neue Ideen, Kommunikation und Austausch sowie den passenden Förderformaten bietet der Kreativpark neue und moderne Arbeitswelten in einer einzigartigen Location der Freiburger Industriekultur.

Die Stadt der Kreativen

Auf dem ehemaligen Güterbahnhof ist ein lebhaftes Netzwerk entstanden

von Gisela Graf, Freiburg | gisela graf communications

Der Kreativpark in der ehemaligen Lokhalle auf dem alten Güterbahnhof mutet wie eine quirlige Stadt in der Stadt an. Wo man früher den Orientexpress wieder flott machte, stehen heute übereinander gestapelte Container, die einst über die Weltmeere schipperten. Denn seit Juni 2018 weht hier ein frischer Unternehmergeist: Junge Start-Ups und Entrepreneure, insbesondere aus den Bereichen der Kreativwirtschaft und der Green Economy, eroberten die Halle als Umschlagplatz und Werkstatt für Wissen und Innovation.

Fast 50 Besucher interessierten sich für die Mittagsführung durch die neue alte Location. Bei diesen Führungen, die immer im Rahmen der trinationalen Architekturtage – die in diesem Herbst übrigens zum 18. Mal und unter dem passenden Motto „ensemble(s) – gemeinsam(er)“ stattfanden – angeboten werden, stellen öffentlich bekannte Personen ein Gebäude vor. Hanna Böhme, die seit Anfang 2018 die FWTM leitet und der Betreiber des Kreativparks, Hagen Krohn, führten die Gruppe durch das einzigartige Industriedenkmal des frühen 20. Jahrhunderts und stellten das Konzept des Kreativparks vor. Die FWTM hatte nach einer Analyse im Jahr 2015 erkannt, dass in Freiburg Kreative 6% des Bruttosozialprodukts in FR ausmachen. Das führte zu dem Willen, diese Unternehmen stärker zu fördern – unter anderem, indem man ihnen Räume anbietet. Hagen Krohn, der bereits den Grünhof seit einigen Jahren erfolgreich betreibt, betonte, dass vor allem das Netzwerken im Vordergrund steht. „Hier arbeiten sehr unterschiedliche Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und in verschiedensten Branchen. Wir Betreiber sehen uns als Kuratoren, die diese Menschen zusammenbringen, damit sie voneinander profitieren können“.. Kein Wunder also, dass es überall Inseln gibt, an denen man sich austauschen oder auch nur chillen kann – denn entspannt ist das Gehirn am kreativsten. Die Arbeitsräume, die vom temporären Einzelplatz bis zu stationären Teambüros alles anbieten, sind dagegen eher klein. Dafür wird die komplette Infrastruktur vom Drucker bis zum superschnellen Internet zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen Meetingräume, die auch von externen Firmen genutzt werden können. Denn auch der Kontakt mit etablierten KMUs soll aktiv unterstützt werden. Programme wie der „smart green accelerator“ oder das „social innovation lab“ fördern Geschäftsideen im grünen und sozialen Bereich. Daran nehmen auch Partner aus Kommune, Kammern und Verbänden, Wissenschaft und Industrie teil. Diese beteiligen sich auch an der Finanzierung des Projekts, die andere Quelle sind die Mieteinnahmen.

Der Kreativpark in der Lokhalle

Die denkmalgeschützten Räume wurden vom Freiburger Büro Haller Architekten saniert. Im 1.600 m² großen Mittelschiff entstanden in umgebauten Überseecontainern auf zwei Etagen und mit zwei Seitengalerien 120 moderne Arbeitsplätze. Das Interesse ist groß: alle Räume sind ausgebucht, und es gibt lange Wartelisten. Wie das kreative Feuer den Winter übersteht, wird sich zeigen, denn die Räume sind nicht beheizt.

Diese Veranstaltung fand im Rahmen der Architekturtage 2018 “ensemble(s) gemeinsam(er)” in Kooperation mit dem Europäischen Architekturhaus Oberrhein statt.

FWTM GmbH & Co KG und Gründerzentrum Grünhof GmbH
gruenhof.org